Bachblüten für Kinder

Gerade bei Kindern ist es schöner mit alternativen und sanften Heilmethoden gegen Krankheiten vorzugehen als direkt Antibiotika zu verschreiben. Denn Kinder haben noch gut ausgeprägte Selbstheilungskräfte. Bachblüten sind durch ihre gute Verträglichkeit ein Mittel, welches sehr gut für eine Behandlung geeignet ist. Bei Erwachsenen hilft es zum Beispiel gegen allerlei seelische Leiden. Bachblüten werden als Mixtur eingenommen, für Kinder natürlich ohne Alkohol. Die Mixturen bekommt man in der Apotheke, man kann sie allerdings auch selbst mischen.

Bachblüten regen die Selbstheilungskräfte der Kinder an, sind sehr vielseitig und können unterschiedlichste Gebrechen lindern. Bei den kleinen Patienten können Bachblüten unter anderem bei störrischen oder extrem schüchternen Kindern helfen, denn sie wirken direkt auf die Gemütslage ein. Bachblüten gibt es für verschieden Arten von Beschwerden, in jedem Fall können sie gleichzeitig beruhigen und stärken. Wenn es allerdings zu mehreren Symptomen auf einmal kommt, helfen Mixturen verschiedener Bachblüten am besten.

Bei Ängsten, Alpträumen oder ähnlichen Situationen der Kinder helfen Aspen, bei sehr aufmerksamkeitsbedürftigen Kindern hingegen ist Heather am besten. Für schüchterne Kinder deren Selbstbewusstsein gestärkt werden soll, eignet sich Larch hervorragend. Zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen empfiehlt sich Scleranthus und bei Heimweh ist Honeysuckle die beste Alternative. Und es gibt noch viel mehr Sorten von Bachblüten gegen andere Beschwerden, am besten informiert man sich in der Apotheke über die speziellen Wirkungsweisen.

E-Book – Die Bibliothek für die Handtasche

E Book, Quelle: Irish Typepad_Flickr

Ein großer Vorteil mobiler Lesegeräte wie E-Reader, aber auch Tablet-PCs oder Smartphones ist, dass man im Internet eine reiche Auswahl von kostenlosen Büchern und Hörspielen findet. Jetzt wo die Urlaubszeit startet hat man endlich mal wieder mehr Zeit zu lesen. Ein gutes Buch gehört auf jeden Fall mit in den Reisekoffer. Dank mobiler Lesegeräte braucht man sich jetzt nicht mehr auf wenige Bücher beschränken. Hunderte Wälzer passen nun ganz einfach in ihre Westentasche, so dass sie ihre gesamte Bibliothek jederzeit dabei haben.

Der Großteil der E-Books sind im PDF- oder im ePub-Format zugänglich. PDF-Dateien kann man ganz gewohnt mit dem Adobe Reader öffnen und für die ePub-Formate gibt es im Internet kostenlose Software wie beispielsweise yBook, mit der sich zugleich auch selber E-Books erstellen können. Für iPhone und iPad gibt es spezielle iBooks-Apps oder als empfehlenswerte Alternative das kostenlose Programm ‘Stanza’.

Es gibt verschiedene Seiten, auf denen man sich kostenlos E-Books herunterladen kann. Eine der größten Seiten ist das Projekt Gutenberg, auf der man vor allem viele Klassiker der Weltliteratur findet. Wenn man ein geünschtes Buch nicht auf der deutschen Seite findet, lohnt es sich durchaus auf der amerikanischen Seite zu suchen. Hier findet man auch viele deutschsprachige Autoren und im Gegensatz zur deutschen Seite kann man hier die Bücher auch herunterladen. Vergleichbare Seiten sind BeBook.com und Archive.org.

Die größte Seite für kostenlose Hörbücher ist vorleser.net Hier findet man eine große Auwahl verschiedener Produktionen – teilweise eingesprochen von Laien, aber größtenteils von professionellen Sprechern. Auch die Auswahl ist sehr unterschiedlich. Neben Klassikern gibt es auch Aktuelles. Sehr schön sind die Themenpakete nicht nur zu bestimmten Genres (Krimis, Märchen), sondern auch beispielsweise zu Feiertagen (Weihnachten etc.).

Stöbern lohnt sich – hier findet sicher jeder was nach seinem Geschmack.

Das Lockenhaus Festival

Wer die alte Festung Lockenhaus sieht, würde wohl annehmen, dass dies eine Art Denkmalstätte für Touristen oder ein Ausflugsort für die Jugendfreizeit wäre. Doch in dieser Burg wird Klassik gespielt und das in langer Tradition beim legendären „Kammermusikfest im Lockenhaus“.

Burg Lockenhaus, Foto. synart_flickr

Geleitet wird das seit 30 Jahren von Gidon Kremer, Pianist deutsch-jüdischer Abstammung, der jeden Morgen beim Frühstück mit Freunden das aktuelle Konzertprogramm für den folgenden Tag entwickelt. Vor 30 Jahren noch war er mit 34 Jahren ein junger Pianist, aber ausgesperrt aus der Sowjetunion und auch nicht wirklich zufrieden mit dem Musikbetrieb. Er fand seinen musikalischen Rückzugsort in dem kleinen 1000-Seelen-Örtchen unweit der ungarischen Grenze. Die schaurig-schöne Burg wurde renoviert und Kremer gründete hier sein eigenes Fest, ohne Frack oder Honorar aber dafür einzigartig. Es gab zwar schon ein Treffen für Kammermusik, im amerikanischen Marlboro und im finnischen Kuhmo, aber keines war so spontan, familiär, hochkarätig und riskant. Und dafür kamen auch seine Freunde und Musiker aus aller Welt, ob Pianist András Schiff, Oboist Heinz Holliger oder Bratschistin Kim Kashkashian, jeder wollte einmal in dieser einzigartigen Oase zu Gast sein. Wenn man Karten für dieses 10-Tages fest kaufte, wusste man also nie genau was man zu erwarten hatte, in jedem Fall aber Gidon Kremer an der Geige. Aus den zahlreiche Konzerten mit dutzenden von namhaften Musikern hat ECM jetzt fünf Best-of-CDs zusammengestellt.

Doch jetzt will Gidon Kremer erst einmal Pause machen.. „Nicht aus Frust. Ich will einen Schlussstrich ziehen, solange das Konzept noch funktioniert.“ kein schlechter Gedanke, doch das Fest hat schon viele Krisen oder Flauten durchlaufen und kam doch stets gestärkt zurück, bleibt zu hoffen, dass es diesmal auch so sein wird.

Hartz IV Möbel

24 Euro Sessel

Wir leben in einer Luxus- und Spaßgesellschaft. Dabei wissen die meisten gar nicht mehr wieviel eigentlich die Dinge wert sind, geschweige denn wie sie produziert werden. Doch seit der Wirtschaftskrise beschäftigt sich auch die Bevölkerung in den Industriestaaten wieder mehr damit, was eigentlich Luxus für einen ist. So möchte man weg vom Trend nur sinnlos zu konsumieren. Viel mehr geht es darum, sich wieder bewusster mit den eigenen Besitztümern auseinander zu setzen.

Und diesen Geist der Zeit trifft Le van Bo genau auf dem Kopf. Dieser ist Architekt und hat seine eigene Möbelkollektion kreiert. Dabei geht es vor allem darum, sich nicht einfache teure Möbel zu kaufen und diese in die Wohnung zu stellen, sondern viel mehr selbst Hand anzulegen und zu begreifen wie das Möbelstück überhaupt konzipiert wurde. So bezeichnet er seine Reihe auch als “Möbel für Hartz IV” Empfänger.

So hat er zum Beispiel einen Sessel konzipiert, der 24 Euro kostet und damit zur günstigeren Sorte gehört. Dabei beansprucht dieser ungefähr 3 Tage Zeit zum zusammenbauen. Zeit die ein Hartz IV Empfänger auf jeden Fall hätte. Nur ob er sich diese Zeit nehmen möchte ist die andere Frage. Doch genau, dass ist der Knackpunkt den Le van Bo treffen möchte. Wer seine Möbel benutzen möchte, der muss entscheiden ob es ihm Wert ist diese Zeit und Arbeit dort hinein zu stecken.

Außerdem möchte er noch eine andere Debatte loslösen. So will er zeigen, dass man Deutschland nicht einfach in “Hartz IV Empfänger und “Nicht Hartz IV Empfänger” teilen kann. Dies zeigt auch der Verkauf seiner Möbelkollektion, so wird diese sowohl von Hartz IV Empfängern, also auch von nicht-Empfängern gekauft. So geschieht es nun, dass wenn man bei google “Hartz IV Möbel” eingibt, nicht nur klischeehafte heruntergekommene Möbel erscheinen, sondern genau seine Kollektion.

Medienmogul Rupert Murdoch

Rupert Murdoch, Foto: Duncan Davidson_Flickr

Zurzeit ist in den Medien der Abhörskandal des Medienmoguls Rupert Murdoch sehr stark vertreten und zieht bekanntlich weite Kreise. Doch wer ist eigentlich Rupert Murdoch? Kaum einem Otto-Normalverbraucher dürfte dieser Name vor dem Skandal etwas gesagt haben. Aber mit Sicherheit die Produkte die diesem Mann gehören kennt man.

Immerhin mischt Rupert Murdoch seit über einem halben Jahrhundert in den verschiedensten Medienbranchen mit. So baute sich dieser seit 1952 ein riesiges Medienimperium auf. So ist seine “News Corporation” einer der größten Medienkonzerne weltweit. So umfasst dieser Zeitungen, Fernsehsender, Verlage, Filmstudios sowie Satelliten- und Telekommunikationsunternehmen. Zu den bekanntesten gehörten da wohl der US-Sender “Fox”, das “Wall Street Journal” und nicht zu vergessen das Hollywood Studio “20th Century Fox”. So überrascht es nicht, dass dieses Unternehmen im letzten Jahr 33 Milliarden Dollar Gewinn machte. Zurzeit hat er aufgrund des Skandals mit einer Menge Rücktritten bei seinen Zeitungen zu kämpfen und muss nun schauen nicht alles zu verlieren.

Hier ein kurzer Überblick der wichtigsten Zeitungen der “News Corporation”:

Seit 1981 gehört “The Times” zu seinem Konzern. So werden bei einer Auflage 650 000 Exemplare gedruckt und auch die Online-Ausgabe ist mittlerweile kostenpflichtig. 1969 kaufte er die “Sun” auf um aus ihrer eine große Boulevardzeitung zu machen. Mittlerweile gehört sie zu den auflagenstärksten englischsprachigen Zeitungen und erwirtschaftet jährlich ungefähr 100 Millionen Pfund. So gehört auch seit 1981 die “Sunday Times” zu Murdochs Konzern und besitzt unter dem sich seit 1995 im Amt befindenden Chefredakteur John Witherow eine Auflage von über 1,3 Millionen Exemplaren. Ähnlich verhält es sich beim “Wall Street Journal”. Diese amerikanische Zeitung hat eine Auflage von 1,8 Millionen Exemplare. Interessant ist, dass diese den Republikanern sehr nahe steht, jedoch nie eine Wahlkampfempfehlung abgibt. Außerdem gehört sie zu den jüngsten Mitgliedern, da sie trotz Protesten von über 200 Journalisten seit 2007 zum Murdoch Konzern gehört.

Der Fotograf Gerd Danigel

Seit einigen Jahren veröffentlicht der Leipziger Lehmstedt Verlag in regelmäßiger Abfolge umfangreiche Bände mit Schwarweiß-Fotografien aus der DDR. Die Kritiker sind hellauf begeistert, handelt es sich bei den Schöpfern der Bilder doch meist um unbekannte Talente die einem breiten Publikum bisher verborgen blieben. So auch der Protagonist des jüngsten Bandes, Gerd Danigel. Danigels Schwarzweiß-Bilder des Berliner Stadtteils Prenzlauer Berg bestechen durch ihre subtilen Botschaften, Humor und einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe. Danigel wuchs dort auf, in dem Viertel zwischen der Schönhauser Allee und der Greifswalder Straße, das nach dem Krieg das klassische Arbeiterviertel war, später zum sagenumwobenen Revier der Künstler wurde, und heutzutage als modernes Yuppie Viertel verschrien ist, in dem Bionade und Latte-Macchiato-Trinker schon längst die Studenten, Künstler und Punks vertrieben haben.

Danigel konnte in der Zeit, in der seine nun veröffentlichten Fotos entstanden, nichts von dem Schicksal ahnen, das seinen Stadtteil ereilen sollte. Bewaffnet mit der Kamera seiner Schwester und angeleitet von dem berühmten Fotografen Roger Melis, dem, wie es die Süddeutsche Zeitung ausdrückt, „einzigen, dem das Regime eine gewisse Mondänität zu gestand“, der zufällig in der Nachbarschaft Danigels lebte und dem jungen Nachwuchskünstler die Werke von August Sander oder Henri Cartier-Bresson näher brachte.

Der Prenzlauer Berg, Foto: Oh Berlin_Flickr

In seiner unmittelbaren Umgebung also, schulte Danigel sein fotografisches Talent. Der Prenzlauer Berg der späten Siebziger und frühen Achtziger Jahre bot ihm eine perfekte Spielwiese für seine teilweisen melancholischen Betrachtungen. Im Krieg nahezu unversehrt geblieben, fiel der Prenzlauer Berg immer mehr dem Desinteresse der DDR-Führung an architektonischer Schönheit und dem daraus resultierendem Verfall zu Opfer. Zeugnis davon bieten die Kulissen die sich Danigel für seine Portaits und Schnappschüsse von Kindern und älteren Leuten aussucht.

Nach einer kurzen Anstellung als Fotograf am “Institut für Kulturbauten”, in den letzten Jahren der DDR, führte Danigel in den Neunziger Jahren seine Beobachtungen fort, und beschreibt in ebenso kunstvoller Weise wie zuvor das sich wandelnde Berlin.

Was ist Minimal Art?

Minimale Kunst heißt „Minimal Art“ zu Deutsch und fand in den 60er Jahren ihre Anfänge. Sie zeigte sich in den USA als wichtige Erneuerungsbewegung der Skulptur nach 1945.

Bei der Entstehung des Begriffes deutet vieles darauf hin, dass er 1965 durch Richard Wollheim, einem amerikanischen Kunstkritiker, erste Verwendung fand. Im Jewish Museum in New York fand 1966 eine programmatische Ausstellung statt. Unter dem Titel „Primary Structures“ wurden die gegenstandslosen Skulpturen aus stark reduzierten, geometrischen Körpern gezeigt, die die Minimal Art ausmachen. Die charakteristische Gestalt dieser Skulpturen zeigt sich in Primärformen wie Kubus, Kugel, Quader oder Zylinder und sollen nicht für metaphorische oder illusionistische Zwecke dienen. Mittelpunkt sind hier die Wechselbezüge der einzelnen Elemente sowie Licht- und Raumverhältnisse.

Minimal Art, Foto: glasseyesviews_flickr

Minimal Art vereint bestimmte Bereiche des Konstruktivismus und der konkreten Kunst. An das Hard Edge der Malerei erinnernd, fasst sie vor allem die Skulptur ins Auge und entstand als Gegenbewegung der Gegenständlichkeit in der Pop Art und dem subjektiven abstrakten Expressionismus. Rationale Blockformen sorgen für einen hermetischen Eindruck, aber auch eine spielerische Komponente zeichnet diese Kunstform aus. So ist zu erkennen, dass nach gewissen mathematischen Gesetzen Elemente ab- oder zunehmen oder Leerräume zwischen den Teilen der Skulptur gelassen werden. Wichtig dabei ist das Gestaltungsprinzip der Reihung. Zum Baustein der gesamten Skulptur werden gleiche Elemente, die in eine reihenartige Anordnung gebracht werden. Man hat es hier also mit einer Stilrichtung zutun, die präzise kalkuliert, sachlich und rational bleibt und Gesetzmäßigkeiten folgt, die objektiv scheinen. Ebenso zeitlos scheint sie und frei von jeglichen subjektiven „Schliffen“ durch den Künstler.

Carl Andre schuf flache, begehbare Metallplatten, Donald Judd farbige, kastenartige Wandobjekte. Auch die quaderförmigen Gitterstrukturen von Sol LeWitt gehören zu den wichtigsten Arbeiten. Bedeutende Künstler sind neben Dan Flavin, John McCracken und Robert Morris in Deutschland beispielsweise Friedrich Gräsel und Alf Lechner.

Auf Concept Art, die als konsequente Weiterführung dieser Stilrichtung angesehen wird, und Land Art hatte Minimal Art bedeutenden Einfluss. Viele Künstler bewegen sich während ihrer Arbeit in allen diesen Stilformen.

Mittlerweile zeigen auch Möbel von Zeus oder Philippe Starcks Einflüsse des Minimalismus im Design. Ebenso findet man die Minimal Art in ihren Stilmerkmalen bei Arbeiten von Metamemphis in der bildenden Kunst wieder.

Der Street Art Künstler Banksy

Eine neue Zeit der Kunstgeschichte könnte anbrechen, vertraut man auf Brad Pitt oder Sotheby´s, das die Arbeit dieses Künstlers prompt zur modernen Klassik zählt. Die Rede ist von dem vermeintlichen Künstler Bansky.

Eine Ratte war verschwunden. Eine Ratte aus Aerosol auf einer Mauer, die geradezu chirurgisch von ein paar Dieben entfernt wurde. Die Ratte darf sich somit als erstes Graffiti bezeichnen, das mitsamt Mauerunterlage entwendet wurde. Dabei geht es aber nicht um ein paar altbekannte Schriftzüge im Bubble-Style, sondern um ein kleines Kunstwerk, das ballspielende Tier, das mithilfe einer Schablone ihren Weg auf Stein fand.

Banksy, Foto: Urban Art Association_Flickr

Zuletzt wurde sogar versucht, das Stück über Ebay zu versteigern und hätte wohl ein Vermögen einbringen können, doch Anwohner von Gloucester Gardens beschwerten sich und die Auktion musste abgebrochen werden. Putzkolonnen gegen Graffiti werden in Städten wie New York, London, Berlin und Bristol aufgehalten, doch die Ratte bleibt verschwunden.

Mit diesem kleinen Tier schaffte es Bansky sein Graffiti-Werk teurer zu machen als das Haus selbst, dass es vorher noch zierte. Die Diebe wussten dabei genau, was sie tun, denn im Januar 2007 wurde durch Sotheby´s bereits ein Bild von Bansky für umgerechnet achtzigtausend Euro verkauft. Selbst seine gesprayte Signatur handelt man im Internet für 8500 Dollar.

1974 in Bristol geboren, tauchte er plötzlich auf, wobei man sich nicht mal um seinen richtigen Namen sicher ist. Nicht einmal sein Gesicht kennt man. Ein einziger Journalist führte nur je ein Interview mit dem mysteriösen Künstler durch und hat mittlerweile jedoch auch keinen Kontakt zu ihm. Man scheint schwer heranzukommen an den etwas ungepflegten, aber sympathischen Mann mit silberner Kette und silbernem Zahn, den der Journalist damals zu Gesicht bekam. Doch für weitere Gespräche sei Bansky nicht bereit, ließ er von seinem Manager ausrichten. Um seine Arbeit nicht hinter Gittern fortführen zu müssen, sei Anonymität das Wichtigste.

Brad Pitt sammelt seine Werke, trieb damit auch die Preise in die Höhe und bewundert den Künstler für seinen Lebensstil, der es versteht, berühmt zu sein und trotzdem anonym zu bleiben. Humor und Witz zeichnen Bansky aus und er scheint wieder etwas Freundlichkeit in die Museen zu bringen. Er besticht mit Intelligenz und äußerte schon früh den Traum, dass Menschen in Zukunft fünfzehn Minuten anonym sein dürfen. Das Credo von Warhol und Lichtenstein ist ihm bestens bekannt, er setzt sich sogar darüber hinweg.

Mit 14 begann Bansky das Sprayen und hat seit dem schon viele Kunstaktionen auf die Beine gestellt, wobei die besten davon leider undokumentiert blieben. So brach er schon einmal nachts in das Gehege der Pinguine im Londoner Zoo ein, um dort ein riesiges Transparent mit den Worten „we are bored of eating fish“ anzubringen. Ins Disneyland schmuggelte er eine aufblasbare Puppe, die mit den orangefarbenen Kleidern und den Handschellen einem Guantánamo-Häftling glich. So durften die Achterbahnfahrer alle für einen kurzen Augenblihttp://www.tease-online.de/wp-admin/post-new.phpck den Schock erleiden, es sei ein Guantánamo-Häftling dort neben den Gleisen angekettet.

Sowohl Zeitgeist als auch technischer Geist und Ästhetik werden vereint. Er selbst hält sich nicht damit auf, in Museen zu stehlen, sondern bereichert lieber durch seine Arbeit. So bekam das Porträt einer Lady schonmal eine Gasmaske ab oder die Mona Lisa einen Smiley ins Gesicht. Acht Tage lang hing im British Museum unbemerkt ein Stück Felsmalerei aus Zeiten der Jäger und Sammler, wobei sich daneben abgebildet ein Mensch mit Einkaufswagen fand.

Indessen werden Banskys Werke, die eher in Städten als Museen hängen, immer wertvoller. Die jüngsten Arbeiten entstanden dann aber wohl doch im Atelier, zumindest hat man ihn sonst nicht gesehen. Doch sicher ist, dass er mit seiner Kunst etwas zu verändern scheint.

Der Schriftsteller Liao Yiwu

Chinesisch / freelikeabird

Wie kann man das Unaussprechliche in Worte fassen? Wie kann man das Leid, den Terror und die Zerstörung von Ereignissen wie Auschwitz oder Hiroshima so darstellen, dass der Rezipient zumindest einen Eindruck von der Wirklichkeit bekommt?Reine dokumentarische Mittel versagen hier, da die Schrecken dieser Ereignisse über unsere Vorstellungskraft hinausgehen. Es kann Aufgabe der Kunst sein, beispielsweise der Literatur den Menschen einen Zugang zu jenem Grauen zu eröffnen für das es keine Worte mehr gibt.

Paul Celan gelang dies mit seinem Gedicht „Die Todesfuge“, in dem er die Greueltaten der Nazis in Auschwitz lyrisch verarbeitet. Marguerite Duras und Alain Resnais gelang es ebenfalls mit ihrem schrecklich-schönen Film „Hiroshima mon Amour“, der die Folgen des amerikanischen Atombombenangriffs auf die japanische Stadt kunstvoll und vielschichtig beleuchtet. Nun reiht sich ein weiterer Name in diesen Kreis. Der chinesische Autor Liao Yiwu musste für sein Gedicht „Massaker“, das er am Vorabend des Massakers auf dem Tianmen Platz schrieb, für vier Jahre ins Gefängnis.

Das Gedicht, das auf Video im ganzen Land verbreitet wurde, „gibt den Benachteiligten und Erniedrigten Chinas ihre Stimme“, so die Süddeutsche Zeitung. Nach seiner Freilassung aus dem Gulag im Jahre 1994 fuhr Liu fort, seine Erlebnisse im Gulag literarisch zu verarbeiten und wurde so zu einem der wichtigsten Regimekritiker des Landes, auch wenn er dies stets ablehnt, sich nicht der Politik, sondern der Poesie verpflichtet fühlt. Nach Jahren der politischen Verfolgung und Schikanen im Land der KP, gelang es Liu nun nach Deutschland auszureisen, und sein Buch “Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen”, das er dreimal neu schreiben musste, zu veröffentlichen.

Die Intensität seiner Sprache erscheint dem Leser dabei wie ein Schrei, wie „der universal verständliche Schrei der gequälten chinesischen Kreatur im Würgegriff des kommunistischen Leviathan“, wie es der Soziologe Detlef Claussen in seiner emotionalen Rezension, in der SZ formuliert. Welch andere Form als einen Schrei der Verzweiflung kann das Werk eines Autors auch annehmen, dessen Lehrmeister nicht Goethe, Hugo, Cervantes oder Shakespeare waren, sondern Hunger, Schande, Obdachlosigkeit und Gefängnis?