Das Filmfestival in Cottbus

© flashpics - Fotolia.com

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1991 geründet, also in der in der unmittelbaren Nachwendezeit, gilt das FilmFestival Cottbus inzwischen weltweit als das bedeutendste Festival des osteuropäischen Films. Mit seinem repräsentativen Überblick über die aktuelle Filmproduktion des gesamten mittel- und osteuropäischen Raumes hat sich das Festival kontinuierlich zum führenden Festival für Filme aus dieser Region etabliert.

Auch in diesem Jahr wurden zwei kinematografisch aktiven Ländern eigene Sektionen gewidmet. In der Rubrik „Russkiy Den“ (Russischer Tag) wurden außerhalb des Wettbewerbs bemerkenswerte russische Produktionen des vergangenen Jahres gezeigt. Im Rahmen von „Polskie Horyzonty“ (Polnischen Horizonte) wurden Entdeckungen aus dem polnischen  Publikumsfestival „Nowe Horyzonty“ aus Wroclaw präsentiert.

Der polnische Film zeigte sich in diesem Jahr in seiner Infrastruktur und technischen Ausstattung allen osteuropäischen Ländern überlegen. Den stärksten Eindruck sowohl beim Publikum als auch bei der Jury hinterließen in diesem Jahr aber russische Autorenfilme. Auch den Hauptpreis gewann ein russicher Film der Regisseurin Angelina Nikonova, einer von vielen Debütanten. Der Film heißt “Porträt im Zwielicht” und liefert ein gewaltvolles Bild der russischen Vorstadt.

Den Publikumspreis gewann der Film “Gromozeka” vom Regiesseur Vladimir Kott. Der Film zeigte drei gescheiterte und gealterte Männer, die in der Sauna über das Leben in Russland räsonierten. Der Film von Kott war der einzige Beitrag, der einen komischen und kundenfreundlichen Zugang zu seinem Thema fand als die anderen Filme. Das war vermutlich der Grund, warum das Publikum es auch auszechnete.

Beim Festival hatten Publikum und Jury nicht zuletzt die Chance auf Entdeckungen, die auch jenseits des russischen Films lagen. In den knapp 150 Filmen eröffneten sich den Kinogängern unerschlossene Gebiete. Unter Anderem zeigte der Regiesseur aus Serbien und Montenegro Dejan Zecevic im Wettbewerb sein Kriegskammerspiel “Der Feind”. Dabei ging es um den Waffenstillstand des Balkankriegs, der erst ein paar Tage andauert. Ein kleiner Trupp serbischer Soldaten gräbt die Minen aus, die die Männer zuvor noch selbst verscharrt hatten. Bei diesem Film wie auch bei vielen anderen, die beim Festival gezeigt wurden, besteht die Hoffnung, dass sie es auf die Leinwände der Republik und vielleicht sogar ins Fernsehen schaffen.

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